Abschied und Begleitung – wenn jemand stirbt

 

Christus spricht: „Kommt her zu mir alle, die ihr euch abmüht und schwere Lasten tragt – ich will euch erquicken“ (Matthäus 11,28)

 

Sie können gern im Pfarramt anrufen, um einen Termin zum Gespräch zu vereinbaren (09135-8213). Bitte hinterlassen Sie in jedem Fall Namen und Telefonnummer. Bei Abwesenheit der Pfarrerin erfahren Sie die Vertretung auf dem Anrufbeantworter.

 

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Wenn jemand stirbt:

Gern komme ich als Pfarrerin wenn möglich auch kurzfristig noch zu einem Abschiedsbesuch ins Haus oder Krankenhaus, oder wenn die betreffende Person schon verstorben ist zu einer Aussegnung. Erfahrungsgemäß ist es für den Sterbenden und auch die Angehörigen oft hilfreich, wenn der Abschied begleitet und in einfacher Weise gestaltet und der Sterbende / Verstorbene gesegnet wird. Auf Wunsch kann auch noch im kleinen Kreis mit dem Sterbenden das Hl. Abendmahl gefeiert werden.

Wenn Sie Ihre(n) Angehörige(n) gern persönlich begleiten möchten:

hier ein paar Hinweise, die hilfreich sein können:

Es ist gut, sich und dem Sterbenden Zeit zu gönnen.

Eine Blume, ein Bild oder eine Kerze können zu einer Atmosphäre des Friedens beitragen (im Krankenhaus sind Kerzen aber manchmal nicht erlaubt).

Die meisten Sterbenden spüren, wenn ihre Stunde näher kommt. Manche sprechen von sich aus offen darüber, andere nicht. Wie lange es dauert, kann niemand voraussagen.

Es ist hilfreich, sich an den Bedürfnissen des Sterbenden zu orientieren: nicht auszuweichen oder zu beschwichtigen, wenn er sich darauf einstellen möchte, denn dann fühlt er sich evtl. zurückgewiesen oder allein gelassen, aber auch nicht auf  ein Gespräch über Sterben und Tod zu drängen, wenn er (noch) nicht bereit dazu ist. Ggf. zurückhaltend, aber immer ehrlich und offen ist meist am hilfreichsten.

Sie können fragen, was Sie für den Sterbenden noch tun können, ob er etwas braucht, einen Wunsch hat, z.B. noch mit jemandem zu sprechen oder etwas auszurichten, oder ob er noch etwas sagen möchte.

Wenn Konflikte im Raum stehen, kann man versuchen, in einfacher Weise sich und dem Sterbenden zu einem möglichst friedlichen Abschied zu helfen, indem man z.B. ohne Einzelheiten sagt, dass manches ja auch schwer war aber dass einem manches nun auch Leid tut, was belastend war, dass man auf Frieden hofft.

Wenn Konflikte auch unter den Angehörigen unüberwindlich scheinen, ist sehr zu wünschen und empfehlenswert, diese im Angesicht des Todes bis nach der Bestattung zumindest soweit irgend möglich ruhen zu lassen – aus Respekt vor dem größeren Geschehen, das uns im Tod berührt, und weil es niemandem gut tut, in dieser Situation Kerben und Verletzungen zu vertiefen. Manches, was man unter Menschen nicht bereinigen kann, kann man zumindest in der Stille vor Gott bringen und um Hilfe bitten. Eine Zäsur im Konflikt kann zum heilsamen Puffer werden.

Manchmal ist es gut, einfach die Hand zu halten, oder still am Bett zu sitzen. Auch da ist es gut, darauf zu achten, was der/die betreffende in der jeweiligen Situation brauchen kann, da kann mehr oder weniger passend sein, für den Sterbenden oder auch die begleitende Person.

Sie können auch laut oder leise einen Text lesen, einen Psalm oder Gebet sprechen, ein Lied singen, oder auch den Sterbenden/Verstorbenen segnen. Im Vaterunser ist alles Wesentliche enthalten. Auch hier können Sie fragen, was passen könnte. Anregungen finden Sie hier.

Manchen Menschen hilft es, im Beisein ihrer Angehörigen zu sterben. Nicht selten kommt es aber vor, dass jemand erst dann sterben kann, wenn keiner mehr da ist. Machen Sie sich dann darüber keine Sorgen oder Vorwürfe. Den allerletzten Schritt wird jeder letztlich alleine tun müssen.