Trauung


 

Liebes Brautpaar!

Sie möchten sich demnächst in unserer Kirche trauen lassen. Darüber freuen wir uns.

Miteinander wollen wir im Traugottesdienst um Gottes Segen bitten für Ihren Lebensweg als Ehepaar. Vorher möchten wir Ihnen an dieser Stelle ein paar Informationen geben. Vielleicht wollen Sie wissen, wie der Gottesdienst abläuft oder was eigentlich bei der Trauung geschieht? Auch ein paar kirchenrechtliche Informationen sind für Sie von Interesse. Und nicht zuletzt sollen Sie auch erfahren, was wir an Gebühren für eine Trauung in Rechnung stellen.

Ich wünsche mir für Sie, dass bei allen Vorbereitungen auf das Fest immer noch genügen Zeit bleibt, diesen Fragen nachzugehen. Vielleicht können wir auch im Traugespräch gemeinsam nach Antworten suchen.

 

1. Pfarramtliches

Bitte nehmen Sie rechtzeitig Kontakt mit dem Pfarramt auf. Teilen Sie Ihren Terminwunsch für den Gottesdienst zur Trauung mit. Der Pfarrer wird sich dann mit Ihnen in Verbindung setzen. Er wird mit Ihnen dann auch einen Termin für ein Traugespräch vereinbaren.

Folgende Daten von Braut und Bräutigam sind zum Ausfüllen der Anmeldung erforderlich:

  • Geburtstag, Beruf und Familienstand vor der Eheschließung
  • Angabe der Konfession
  • Datum und Ort Ihrer Taufe (gemeint ist die Kirche), evt. auch der Taufspruch
  • Datum und Ort Ihrer Konfirmation bzw. Firmung, evt. auch der Konfirmationsspruch
  • Familienname, Vorname und Beruf der Eltern
  • Vorname und Konfession der Trauzeugen
  • Künftige Anschrift (falls Sie erst nach der Trauung in eine gemeinsame Wohnung ziehen oder den Wohnort wechseln)
  • Tag, Ort und Uhrzeit der standesamtlichen Eheschließung
  • Ehename lt. Erklärung bei der Eheschließung

2. Kirchenrechtliches

aus: Leitlinien kirchlichen Lebens der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Handreichung für eine kirchliche Lebensordnung. Ausgabe für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB), Gütersloh, 2003 S.

Nach den für uns gültigen „Leitlinien kirchlichen Lebens“ unserer Kirche gelten folgende

Voraussetzungen für die kirchliche Trauung:

  1. Beide Ehepartner wünschen eine kirchliche Trauung
  2. Mindestens einer der beiden Ehepartner gehört der evangelischen Kirche an.
  3. Die standesamtliche Eheschließung des Paares nach staatlichem Recht ist nachweislich rechtsgültig vollzogen
  4. Es bestehen keine gravierenden seelsorgerlichen Bedenken gegen das Zustandekommen der Ehe und den Umgang der Ehepartner miteinander. Diese können z.B. darin begründet sein, dass das Paar Vereinbarungen getroffen hat, die dem christlichen Eheverständnis widersprechen.

Besondere Fälle ...

Die Braut oder der Bräutigam ist geschieden.

Eine kirchliche Trauung Geschiedener ist möglich. Im Traugespräch ist darauf zu achten, ob die bzw. der Geschiedene mit dem Scheitern der ersten Ehe verantwortlich umgeht, welche Konsequenzen sie bzw. er daraus für das Eheverständnis zieht, und wie sich die künftige Ehepartnerin bzw. der künftige Ehepartner zu der Scheidung und ihren Folgen stellt, insbesondere wenn aus einer früheren Ehe Kinder vorhanden sind.

Die Braut oder der Bräutigam  gehört einer anderen Kirche an, z.B. der römisch-katholischen oder der orthodoxen Kirche. Dann müssen Sie den zuständigen Pfarrer informieren. Damit die römisch-katholische Kirche die Trauung in einer evangelischen Kirche anerkennt, muss vorher der Dispens von der Formpflicht eingeholt werden und vor der Trauung vorliegen. Versäumt der katholische Partner die Einholung, kann das für ihn unerfreuliche kirchenrechtliche  Folgen haben.

Eine Ökumenische Trauung

ist in der Regel entweder ein evangelischer Traugottesdienst unter Beteiligung des katholischen Priesters oder ein katholischer Traugottesdienst unter Beteiligung des evangelischen Pfarrers bzw. der Pfarrerin. In beiden Fällen müssen Sie entscheiden, an welchem Ort die Trauung stattfinden soll und sich zuerst mit dem jeweiligen Ortspfarrer in Verbindung setzen.

Die Braut oder der Bräutigam gehören keiner Kirche an

  • Eine Trauung ist dann möglich, wenn dies dem Wunsch des evangelischen Partners bzw. der Partnerin entspricht,
  • wenn der nichtkirchliche Partner / die Partnerin dem zustimmt und sich bereit erklärt, die wesentlichen Merkmale des christlichen Eheverständnisses zu achten
  • sich die Eheleute bereits auf eine christliche Erziehung der Kinder geeinigt haben
  • die evangelische Partnerin bzw. der Partner die Möglichkeit haben, ihren Glauben und ihre kirchliche Bindung in der Ehe zu leben
  • nur eine solche religiöse oder weltanschauliche Eheschließungszeremonie daneben stattfindet, die im Heimatland der Nichtchristin bzw. des Nichtchristen zur rechtlichen Gültigkeit der Ehe notwendig ist.
  •  Ist der Partner bzw. die Partnerin zwar getauft, gehört aber keiner Kirche mehr an (Kirchenaustritt) ist die kirchliche Trauung in Ausnahmefällen möglich. Sie ist von der Pfarrerin oder dem Pfarrer, die oder der die Trauung durchführen soll, seelsorgerlich zu begründen.

Organisatorisches zum Trau-Gottesdienst in Kairlindach

Nach diesen pfarramtlichen und kirchenrechtlichen Informationen sollen nun ein paar Hinweise auf den Verlauf der gottesdienstlichen Feier in Kairlindach folgen:

  • Im Traugespräch kann dann auf besondere Wünsche zur Gestaltung eingegangen werden.
  • Grundsätzlich ist das Brautpaar für den Blumenschmuck zuständig. Die von Ihnen beauftragte Gärtnerei muss sich dann mit dem Pfarramt in Verbindung setzen und einen Termin zur Anlieferung des Blumenschmucks und der Dekoration vereinbaren.
  • In der Kirche sind genügend Gesangbücher vorhanden. Sollten sie Liedzettel wünschen, müssen Sie selbst für die Anfertigung und den Druck sorgen und sie rechtzeitig vor dem Gottesdienst vorbeibringen.
  • Sollten Sie einen Solisten (Sänger / Sängerin) engagieren, muss er sich rechtzeitig mit dem zuständigen Organisten bzw. der Organistin in Verbindung setzen, um evt. einen Probentermin zu vereinbaren.
  • Bei der Auswahl der Gesangstücke ist der besonderen Anlass (Kirchliche Trauung) und der Ort (Gotteshaus) zu berücksichtigen. Nicht jedes Musikstück ist zur Aufführung in einer Kirche geeignet.

Der Ablauf des Traugottesdienstes in Kairlindach

  • Das Brautpaar wird an der Pforte abgeholt
  • Einzug mit Orgelmusik
  • Begrüßung
  • Eingangsgebet
  • Gemeinsames Lied
  • Ansprache über den Trauspruch
  • Gemeinsames Lied
  • Lesungen
  • Die Traufrage
  • Der Ringwechsel
  • Die Segnung des Paares
  • Gemeinsames Lied
  • Fürbittengebet
  • Gemeinsamer Auszug

Die Schriftlesungen sind  Gottes – Worte des Alten und  des Neuen Testaments zur Ehe. Wenn zwei Menschen sich finden und miteinander ihr Leben verbringen möchten, bitten sie dazu um den Segen Gottes. Die Schriftworte wollen helfen, das gemeinsame Leben unter dem Aspekt des göttlichen Zuspruchs zu bedenken.

Es ist möglich, dass sich Freunde oder Verwandte am Gottesdienst beteiligen, indem sie Lesungen übernehmen oder Fürbitten vortragen.

1. Lesung:

Im 1. Buch Mose (im 2. Kapitel) heißt es: „Gott, der Herr, sprach:  Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht." Im Markusevangelium (Kapitel 10, Verse 6-9) stellt Jesus fest:  Gott hat am Anfang den Menschen als Mann und Frau geschaffen.  Deshalb verlässt ein Mann Vater und Mutter, um mit seiner Frau zu leben.  Die zwei sind dann eins, mit Leib und Seele. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Und was Gott zusammengefügt hat, das sollen Menschen nicht scheiden.«

2. Lesung

Der Apostel Paulus beschreibt im Kolosserbrief  (Kapitel 3) das Miteinander von Mann und Frau:

Ihr seid von Gott erwählt, der euch liebt und zu seinem heiligen Volk gemacht hat. Darum zieht nun wie eine neue Bekleidung alles an, was den neuen Menschen ausmacht: herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Bescheidenheit, Milde, Geduld. Ertragt einander! (Seid nicht nachtragend, wenn euch jemand Unrecht getan hat, sondern vergebt einander, so wie der Herr euch vergeben hat.)  Und über das alles darüber zieht die Liebe an, die alles andere in sich umfasst. Sie ist das Band, das euch zu vollkommener Einheit zusammenschließt.  (Der Frieden, den Christus schenkt, soll euer ganzes Denken und Tun bestimmen. In diesen Frieden hat Gott euch alle miteinander gerufen, denn ihr seid ja durch Christus ein Leib. Dankt Gott dafür! … Alles, was ihr tut und was ihr sagt, soll zu erkennen geben, dass ihr Jesus, dem Herrn, gehört. Euer ganzes Leben soll ein einziger Dank sein, den ihr Gott, dem Vater, durch Jesus Christus darbringt.)

Die Trauhandlung

In der Trauhandlung werden die Eheleute befragt, ob sie ihr Leben nach Gottes Gebot und Ordnung führen wollen.  Zwei Formen des Traubekenntnisses werden in unserer Gemeinde zur Auswahl angeboten:

1. Frage und Antwort:

Frage an den Bräutigam:

„Peter“, willst du „Petra“ als deine Ehefrau aus Gottes Hand annehmen, sie lieben und ehren, Freude und Leid mit ihr teilen und ihr die Treue halten, bis der Tod euch scheidet, so antworte:
Ja, mit Gottes Hilfe.

Bräutigam: Ja, mit Gottes Hilfe.

Frage an die Braut:

„Petra“ willst du „Peter“ als deinen Ehemann aus Gottes Hand annahmen, ihn lieben und ehren, Freude und Leid mit ihm teilen und ihm die Treue halten, bis der Tod euch scheidet, so antworte:
Ja, mit Gottes Hilfe.

Braut: Ja, mit Gottes Hilfe.

2. Erklärung

Der Bräutigam wendet sich der Braut zu und spricht folgende Worte nach:

Petra, ich verspreche dir als meiner Ehefrau: ich will dir treu sein, dich achten und dir vertrauen. Ich will dir helfen und für dich sorgen. Ich will dir vergeben, wie Gott uns vergibt. Ich will zusammen mit dir Gott und den Menschen dienen, solange wir leben. Dazu helfe mir Gott. Amen.

Danach spricht die Braut zum Bräutigam :

Peter, ich verspreche dir als meinem Ehemann: ich will dir treu sein, dich achten und dir vertrauen. Ich will dir helfen und für dich sorgen. Ich will dir vergeben, wie Gott uns vergibt. Ich will zusammen mit dir Gott und den Menschen dienen, solange wir leben. Dazu helfe mir Gott Amen.

 

Trausprüche:

  1. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der Herr tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden. Ruth 1,16-17
  2. Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, daß ich singe und lobe. Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Psalm 57,8.11
  3. Fürchte dich nicht, ich bin mit dir, spricht der Herr, weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. Jesaja 41,10
  4. Jesus Christus spricht: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
    Johannes 6,35
  5. Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe. Johannes 13,34
  6. Nehmet einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob. Römer 15,7
  7. Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Galater 6,2
  8. Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus. Epheser 1,3
  9. Seid allesamt gleichgesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig. Vergeltet nicht Böses mit Bösem und Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen ererbt. 1.Petrus 3,8-9
  10. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. 1.Johannes 4,16