Taufe

Liebe Eltern!

Wir freuen uns mit Ihnen über die Geburt Ihres Kindes. Nun wollen Sie es in unserer Kirche taufen lassen. Deshalb möchten wir Ihnen ein paar Informationen zur Taufe und zum Taufgottesdienst in unserer Gemeinde zur Hand geben.

1. Taufanmeldung

Termine

Einmal im Monat feiern wir einen Taufgottesdienst – meistens am 1. Sonntag im Monat. Leider lässt sich das nicht immer durchhalten. Die aktuellen Termine geben wir im Kirchenboten und unter der Rubrik „Veranstaltungen“ auf unserer Website bekannt.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir von diesen Terminen nicht abweichen können.

Taufgespräch

Vor der Taufe vereinbaren Sie mit mir, dem Ortspfarrer/in, ein Taufgespräch. Wenn Sie in unserer Gemeinde wohnen, komme ich gern zu Ihnen ins Haus. Wenn Sie weiter weg wohnen, bitte ich Sie herzlich um Ihr Einverständnis, dass wir dieses Gespräch bei mir im Kairlindacher Pfarrhaus führen.

Im Taufgespräch werden die „Formalitäten“ erledigt – wir füllen gemeinsam die Taufanmeldung aus und sprechen über den Taufgottesdienst, wie er abläuft und welche Bedeutung die einzelnen Handlungen darin haben.

Gebühren
Für Kasualgebühren in unserer Kirche erlauben wir uns, den Betrag von 20,00 Euro in Rechnung zu stellen. Außerdem können Sie für 10,- Euro eine Taufkerze bei uns erwerben.

Wer kann Pate sein

Dazu steht in den „Leitlinien  kirchlichen Lebens der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands“ (Abschnitt 2 Taufe)  folgende Regelung:

(1) Patinnen und Paten sind Zeuginnen und Zeugen des Taufvollzugs und versprechen, bis zur Konfirmation gemeinsam mit den Eltern und im Auftrag der Gemeinde für die Erziehung des Kindes im christlichen Glauben zu sorgen.

(2) Kinder sollen mindestens einen Paten oder eine Patin haben. Ist dies ausnahmsweise nicht erfüllt, können Kinder auch dann getauft werden, wenn mindestens ein Elternteil eine Sorgeberechtigte oder ein Sorge berechtigter Mitglied der evangelischen Kirche ist. Wenn keine Patin oder kein Pate vorhanden ist, kann der Kirchenvorstand eine Patin oder einen Paten aus der Gemeinde bestellen.

(3) Bei der Verhinderung von Patinnen oder Paten sind Stellvertreter oder Stellvertreterinnen als Taufzeugen zu bestellen und im Kirchenbuch zu vermerken.

(4) Patin oder Pate kann sein, wer der evangelischen Kirche angehört und zum Abendmahl zugelassen ist. Das ist ggf. durch einen Patenschein (Bescheinigung des zuständigen Pfarramtes über die Berechtigung zum Patenamt) zu dokumentieren

(5) Auch Glieder einer Mitgliedskirche der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen können nach Maßgabe des kirchlichen Rechts zum Patenamt zugelassen werden, sofern diese in Lehre und Praxis dem evangelischen Verständnis der Taufe nicht widersprechen.

(6) In das Patenamt eines anderen kann niemand eintreten. Ein übernommenes Patenamt kann nicht aberkannt werden.

(7) Das Patenamt ruht, wenn die Patin oder der Pate die Zulassung zum Abendmahl verliert, insbesondere durch Austritt aus der Kirche. Paten können auf eigenen Wunsch aus vertretbaren Gründen von ihrem Amt entbunden werden. Dieses ist durch einen Nachtrag im Kirchenbuch zu vermerken. Wenn kein Pate mehr vorhanden ist, sorgen Eltern und Pfarramt dafür, dass die Aufgaben des Patenamtes dennoch wahrgenommen werden können. Dazu ist die Nachbestellung einer geeigneten Person möglich. Sie ist in das Kirchenbucheinzutragen.

2. Der Taufgottesdienst in Kairlindach

Es genügt, wenn Sie pünktlich zum vereinbarten Termin zum Gottesdienst erscheinen, der nach der folgenden Ordnung verläuft:

♦ Musik zum Eingang

    Begrüßung

♦ Lied zum Eingang

    1. Lesung: Jesus segnet die Kinder

    Die Täuflinge werden gesegnet

    Predigt

♦ Gemeindelied

    2. Lesung: Der Taufbefehl

    Fragen an Eltern und Paten

    Glaubensbekenntnis

    Taufhandlung und Taufsegen

    Die Taufkerze wird an der Osterkerze angezündet

    Die Familie und die Paten werden gesegnet

♦ Gemeindelied

    Fürbittengebet

    Vaterunser

    Segen

    Schlussgebet

♦ Musik zum Ausgang
 

3. Lesungen

Zwei Texte aus dem Neuen Testament stehen im Zentrum des Gottesdienstes. Die 1. Lesung wird auch „Kinderevangelium“ genannt. Wir finden sie bei Markus. Sie zeigt uns, dass wir in den Augen Gottes wie Kinder sind, die er zu sich ruft, um sie zu segnen.

„Sie brachten Kinder zu Jesus, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: 'Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein kleines Kind, der wird nicht hineinkommen.' Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.“                                                                                                                                      Markusevangelium, Kapitel 10

Die 2. Lesung wird auch „Tauf- oder Missionsbefehlt“ genannt. Der Auferstandene erscheint den Jüngern und gibt ihnen den Auftrag, das Evangelium in der Welt zu verkünden und alle Völker zu taufen.

Jesus Christus spricht: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende."                                                                                 Matthäusevangelium, Kapitel 28

4. Voraussetzungen

Die Taufe von kleinen Kindern setzt voraus, dass sie im christlichen Glauben heranwachsen. Die Erwachsenen sollen sie zum Glauben an Jesus Christus hinführen und ihnen durch ihre eigene Liebe eine Ahnung von der Liebe Gottes ins Herz pflanzen. Deshalb werden Eltern und Paten im Taufgottesdienst gefragt, ob Sie dazu bereit sind. Diese Frage kann folgenden Wortlaut haben:

Liebe Eltern !

Ihr Kind ist Ihnen als Gabe Gottes anvertraut. Es soll durch die Taufe zu Gott gehören. Wollen Sie das Ihre dazu tun, dass in diesem Kind der Glaube an Jesus Christus wachsen kann, und sind Sie bereit, Ihr Kind in der Verantwortung vor Gott zu erziehen, so sprechen Sie : Ja, mit Gottes Hilfe.

Liebe Paten !

Wollen Sie als Glieder der christlichen Gemeinde den Eltern bei der Erfüllung ihrer Aufgabe helfen und für dieses Kind Verantwortung vor Gott übernehmen, so sprechen Sie: Ja, mit Gottes Hilfe.

Werden die Fragen mit Ja beantwortet, folgt der Segenswunsch des Taufenden:

Gott schenke Ihnen seinen Geist und segne alles, was Sie für dieses Kind tun.

5. Symbole und ihre Bedeutung im Taufgottesdienst

Die Taufkerze

Jesus spricht: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Die brennende Kerze erinnert uns daran: Christus will es hell werden lassen in unserem Leben. Sein Licht wärmt und weist uns den Weg in ein von der Liebe erhelltes Leben.

Das Wasser

Wasser macht Leben erst möglich. Wasser kann auch bedrohlich sein. Aus der Quelle schöpfen wir frisches Wasser. Flutwellen reißen ins Verderben. Wasser reinigt. Gott nimmt dieses vielfältige Element in seinen Dienst. Wir brauchen Gott zum Leben wie frisches, klares, sauberes Wasser. Wir brauchen seine im Leben immer wieder seine Vergebung, wie das Wasser, das uns reinigt. Wir brauchen seinen Segen, wie das Wasser, das uns stärkt.

Liebe, Vergebung und ewiges Leben - Gott will uns das alles schenken. Der Apostel Paulus schreibt im Brief an die Römer: die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den heiligen Geist, der uns gegeben ist. Wir gießen Wasser über den Kopf des Kindes, das wir taufen und vertrauen auf Gott, der uns mit seiner Liebe überschüttet.

Die Segnung mit dem Kreuzeszeichen

Im Taufgottesdienst werden die Menschen, die wir taufen, mit dem Kreuz gesegnet. Dazu wird ein kleines Kreuz auf die Stirn gezeichnet. Wir tragen das Zeichen des Kreuzes an uns. Es ist das Zeichen des Lebens und der Liebe. Aus Liebe zu den Menschen ist Christus den Weg ans Kreuz gegangen, wo er alles überwunden hat, was uns von Gott trennt. Zugleich vertrauen wir darauf, dass wir nie ganz allein sind – selbst dann nicht, wenn Angst und Leid unser Leben „durchkreuzt“.

Der Segen für die Familie

Am Ende des Taufgottesdienstes steht die Segnung der Familie. Gottes Segen steht über dem Leben des Kindes und seiner Familie. Was auch immer geschehen mag, wir sind nicht allein. Gott geht unseren Weg mit. Im Buch der Psalmen heißt es deshalb: „Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand.“ (Psalm 73,23)

Gott hält die Hand über uns. Vertrauen wir darauf: wir leben unter dem Segen Gottes.

6. Taufsprüche

Ein guter Brauch in unserer Kirche ist es, einem Menschen zum Beginn eines neuen Lebensabschnitts einen Spruch als biblischen Wegbegleiter zur Seite zu stellen. Deswegen bekommen die Getauften einen Taufspruch, die Konfirmierten einen Konfirmationsspruch, die Vermählten einen Trauspruch. Die folgenden Beispiele für Taufsprüche sind nur eine kleine Auswahl. Sollten Sie einen anderen Spruch wünschen, ist das möglich. Er sollte jedoch in der Bibel stehen.

6.1 Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?  Psalm 27,1

6.2 Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst und nimmst dich meiner an in Not.  Psalm 31,

6.3 Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an
      einen Stein stoßest.  Psalm 91,10.11

6.4 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.  Psalm 139,5

6.5 Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.  Jesaja 43,1

6.6. Du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des Herrn Mund nennen wird. Und du wirst sein eine schöne Krone in der Hand des Herrn
       und ein königlicher Reif in der Hand deines Gottes.  Jesaja 62,2.3

6.7 Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind. Lukas 10,20

6.8 Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.  2.Korinther 5,17

6.9 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung
      durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.  1.Petrus 1,3.